Kaufhaus – Mülltrennung - Öffentlichkeitsarbeit

„Schon ein einziger Tipp ist bares Geld wert,“ fasst Jochen Benneker, 1. Vorsitzender von Second-Hand vernetzt e.V. den Nutzen der Betriebsbesuche „Second-Hand vor Ort“ zusammen.
Die Jahresfahrt 2016 führte uns – nach Wien. Neben Schmäh, Mozartkugeln und Heurigen ist Österreichs Hauptstadt Vorreiter ökologischen Wirtschaftens: Ein Reparaturnetzwerk, die erste Second-Hand Tagung des Landes, eine ausgefeiltes Recyclingsystem, und ein eigenes Second-Hand Kaufhaus waren Gründe genug, uns auf den Weg zu machen.

Sammelinseln nennen sich die Container-Plätze, die in jedem Stadtteil in fußläufiger Entfernung liegen. „Erreichbar wie jede Einkaufsmöglichkeit ist der Anspruch,“ erklärt Franziska Howorka, die charmante Mitarbeiterin der Abfallwirtschaftsbetriebe und unsere Begleitung, das Konzept. Schon längst werden hier auch Altmetalle und Kunststoffe getrennt gesammelt. Etwas, das in Deutschland noch fehlt.
An den „Mistplätzen“, bei uns Recyclinghöfe, werden auch Speiseöle getrennt angenommen. Hier gibt es direkt Container, in die die Bürgerinnen und Bürger ihre noch nutz- oder verkaufbaren Dinge ablegen können. Der Grundstock für die Vorsortierung für das Second-Hand Kaufhaus „48er Tandler“. Ein erstes „Oooh“ entlockt uns die Architektur der Sortierhalle mit der Holzkonstruktion ihres Daches. Berge von Waren werden hier in unterschiedliche Container verteilt – eine Mammutaufgabe. Und die Bewertung als verkaufswürdig oder marktgängig, das weiß jeder in der Branche, erfordert viel Fachkenntnis.
Die „verkaufswürdigen“ Produkte landen dann im „48er Tandler“. Dekoration und Aufmachung, Warengruppen und Laufwege – man merkt die Handschrift der Innenarchitektin, besonders die Bücherinsel überzeugt uns als BesucherInnen. Details wie die Palettentheke des Kassenbereichs passen zur Second-Hand Ware.

Anregungen unsererseits gibt es zum Preisniveau und Sortimentsgestaltung. Da Ware ohne Ende im Hintergrund des Betriebs anfällt, kommt es eher auf einen hohen Durchsatz an als auf das Erzielen der höheren Preise im einzelnen. „Penner müssen raus,“ so der Tenor und gemeint sind die Waren, die lange liegenbleiben und nicht unliebsame Kunden. Paketaktionen, Themenwochen, Rabattspiele, die Ideen purzeln nur so.
Auf der Rückfahrt diskutieren wir, wie in Deutschland die Zusammenarbeit zwischen kommunalen Betrieben und den Betrieben verbessert werden könnte, um noch mehr Waren zurück in den Kreislauf zu bekommen. Sammelinseln mit Second-Hand Containern, Werbung der Abfallwirtschatsbetriebe für den Second-Hand Ein- und Verkauf, ein Second-Hand Zwischenlager oder oder oder...
So ist Second-Hand vor Ort – ein Zusammentreffen von unendlich vielen Denkanstößen.  

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